Ich weiß jetzt nichts mehr von Traumgefühl,

Weiß nichts von heimlichen Tränen,

Und „Sehnsucht“ finde ich ridicule!

Das Leben ist ja so schön und bunt

Und trägt mich auf starken Armen...“

Ja, famos war das Leben!

Und darauf war gar nichts zu geben, daß sie manchmal doch noch phantastische Träume hatte. Das waren ja keine Träume wie früher, mit wachenden Augen gesehen. Jetzt träumte sie nur noch manchmal, wenn sie schlief.

In einer Frühlingsnacht war es ihr, als höre sie Hunderte und Hunderte von Vogelstimmen, wilde Vogelstimmen, die schrien und klagten... so herzzerreißend klang’s... Hunderte und Hunderte von Vögeln waren um sie herum, ihr goldglänzendes, buntschimmerndes Gefieder war so zerzaust von Sturm und Wetter. Sie klagten: „Wir sind Deine Lieder, wir sind Deine Gedanken, all Deine Träume sind wir — und Du hast uns hinausgejagt, hast uns vertrieben in die Fremde hinaus, daß wir nun nicht mehr wissen, wo wir unser Nest bauen sollen. Und wir haben Dir doch so schön vorgesungen in all Deinen Kinderjahren und in der Zeit, da Du zum Weibe wurdest. Und hast uns verjagt und hinausgetrieben, und müssen wir jetzt so elend sterben...“

Sie klagten und schrien... so herzzerreißend klang’s.

Da weinte sie laut auf im Schlafe.