Der „Seepalast“ in Luzern war auch eine riesige Fremden-Karawanserei wie das Hotel, in dem Monika zuerst in Zürich abgestiegen, aber er war von einem modernen, vornehm abgetönten Luxus, den Zürich nicht aufzuweisen gehabt. Im Hochparterre lagen drei riesenhafte Gesellschaftssäle nebeneinander. Und verschwiegene Schreibzimmer mit grünen Lederpolstern, ein Lesesaal, in dem alle großen Zeitungen des Erdballs auflagen, öffneten sich im Anschluß an eine ungeheure Halle, die die Hotelgäste zu den verschiedensten Tages- und Nachtzeiten versammelt sah.
An jedes Schlafzimmer schloß sich ein Badezimmer mit Marmorwanne und blitzenden Dusche-Apparaten.
Monika atmete auf.
Endlich wieder eine anständige Umgebung, endlich ein Hotel wie die, in denen sie mit Georg geweilt.
Georg... schon wieder Georg....
Nein, sie wollte nicht mehr an ihn denken. Lieber sich Vergessenheit trinken an all der Schönheit, die man vom Balkon ihres kleinen Zimmers im vierten Stock aus sah.
Edith störte nicht.
Die saß unten im Lesesaal und angelte nach Bekanntschaften.
Und Monika blieb allein droben auf dem Balkon und schaute auf den Vierwaldstätter See. Der hatte am Tage die Farbe eines kostbaren Smaragds.