Das sei immer so, und sie hoffe, so würde es auch Alfred ergehn. —

Ein eisiges Gefühl des Schreckens überrieselte Monika.

Sie sah ein böses Ende voraus. Alfred mit seinem ausgesprochenen Hang zur Herrschsucht und zur Brutalität in jenem Lande, in dem dem Einzelnen so sehr viel Macht gegeben war, wo nicht wie hier seinen Instinkten Zaum und Zügel angelegt waren. Wo er eine Macht bedeutete und unter Umständen Herr war über Menschenleben.

Ein böses Ende...

Und sie konnte nichts tun; mußte tatenlos zusehen, wie er seinem Verderben entgegenging.

Sie hatte Alfred nie ganz durchschaut. Die verschiedensten Charaktereigenschaften lagen bei ihm nebeneinander.

Er konnte banal sein bis zum Stumpfsinn und geistreich wie selten einer. Er war sehr mißgünstig, sehr händelsüchtig; trotzdem bei vielen beliebt wegen der unvergleichlich witzigen Art, die er oft hatte.

Er malte talentvoll, hatte einen auffallend schönen Bariton — aber alle seine Gaben nutzte er nicht aus, von einem sonderbaren Mißtrauen gegen sich selbst erfüllt.

Stückwerk war er, wie die Birkenschen Kinder alle, wie sie selber auch!

Und Georg tauchte vor ihren Augen auf; der ging nie einen Schritt vom Wege, der ging den schnurgeraden Pfad der Korrektheit, der Sitte, der Pflicht!