„Mich interessiert Reichtum so sehr. Er ist die mächtigste Macht, die schönste Schönheit der Welt.“

„Unsinn.“

„Nein, Monika, kein Unsinn! Geld haben, das ist die Quintessenz von allem. Der Schlüssel, der alle Türen öffnet, das einzig sichere Piedestal in Sand und Sumpf. Ach, reich sein! Und genießen, wie alle sich davor beugen!“

„Es beugen sich nicht alle vor dem Reichtum.“

„O, es kommt auf die Höhe der Summe an.“

„Sonderbare Ansichten.“

„Ach, Monika, Sie können das nicht so empfinden. Ich weiß genug von Ihnen, um zu wissen: wirklich arm sind Sie nie gewesen: Aber ich weiß, was es heißt: des Lebens Not! Vater als pensionierter Hauptmann mit fünf Kindern... Na, reden wir nicht davon. Glauben Sie mir, es gibt nichts Schlimmeres, als die täglichen nagenden, kleinen Sorgen. Die haben mir meine Kinderzeit vergiftet — und meine Jugendzeit.“

Es war jetzt ganz dunkel geworden in dem kleinen Zimmer. Der See lag da wie in schwarzen Sammet gehüllt. Und durch das Dunkel sprach die Mädchenstimme:

„Die Armut hat meine Kinderjahre vergiftet und meine Jugendzeit. Als Kind habe ich Kindermädchen bei meinen Geschwistern spielen müssen, und später, als ich kaum erwachsen war, habe ich fremder Leute Kinder unterrichten müssen. In einer Zeit, in der sonst die jungen Mädchen an Glück denken, hab’ ich an Brotverdienen gedacht. Ich lebte so hin, stumpf — ohne Schmerz — — und ohne Freude auch. Auch ohne die Hoffnung auf ein Besserwerden. Da kam einer — —“