Es herrschte bei diesem Frühstück keine einheitliche Stimmung. Es hatten sich zu viele Einzelgruppen gebildet, die sich ihren eigenen Interessen hingaben, sich um das Allgemeinwohl nicht kümmerten.

Der Leutnant von Berningen widmete sich ausschließlich seinen beiden schönen Holländerinnen, schenkte der Mutter Tee und der Tochter Whisky ein.

Herr und Frau von Rassow, ein hochzeitsreisendes Paar, erfüllten getreulich ihre Verpflichtung als Jungvermählte: nur für einander zu existieren.

Herr von Milorski, dem es, weil man so zeitig am Morgen aufgebrochen, möglich gewesen, seinen beiden Hüterinnen zu entfliehen, machte Edith die Cour, — diese war übrigens damit sehr wenig einverstanden, sie betrachtete mißbilligend Milorskis frisches Gesicht, — wie ein riesiges, wohlgenährtes Baby sah er aus. — Seine Wangen glänzten vor Hitze und vor Freudigkeit.

Nein, das war nichts für Edith! — Sie warf einen bösen Blick auf Lork und Monika, die auch eine Gruppe für sich bildeten und lediglich miteinander beschäftigt schienen.

Nach dem Frühstück ging man in den Park des Hotels, der schön wie ein Märchengarten war mit dem unvergleichlichen Grün seiner Rasenflächen und seinen Gruppen prachtvoller Nadelbäume, über denen das Silbergespinnst des zarten Nebels hing.

Dieser Nebel trennte Monika und Lork bald von der übrigen Gesellschaft. Sie beide waren ganz allein in dieser grünen, silberumsponnenen Einsamkeit.

„Was für ein Entzücken, hier zu atmen,“ sagte Monika, „so recht aus tiefster Brust zu atmen —“

„Wie ein Rausch ist es.“