Eine heiße Röte überflammte Monikas Gesicht. Edith hatte also vor ihrer Abreise noch ein Zusammentreffen mit Lork arrangiert. Wer weiß, was sie da für Verleumdungen über sie aufgetischt haben mochte!

„Ich war unendlich glücklich über das, was Fräulein von Gräbert mir sagte. Ich hörte, daß Sie im Begriff sind, sich scheiden zu lassen. Ist das wahr?“

Monika antwortete nicht; mit aufeinandergebissenen Zähnen starrte sie vor sich hin.

Und in heißem Flehen sagte die Stimme des Mannes von neuem: „Das ist wahr?... Sagen Sie mir, daß es wahr ist...“

Der Schirm war ihrer Hand entsunken. Sie sah jetzt geradeaus in die flammende Sonne.

Da griff er nach ihren Händen, umkrampfte diese kühlen, kleinen Hände mit seinen glühend heißen Fingern und flehte: „Ist es wahr?“

„Ja,“ sagte sie tonlos.

„Monika, — — und wenn diese Scheidung vollzogen ist, dann darf ich hoffen, daß Sie meine Frau werden? Ich will ja Ihr Sklave sein, Monika, ich will Ihnen jeden Willen tun, Ihnen jeden Wunsch erfüllen... Alles! Sie wissen, wie ich Sie verstehe, wie ich jede Regung in Ihnen verstehe und liebe! In Ihrer prachtvollen Ursprünglichkeit sollen Sie bleiben, kein Atom Ihres Selbst will ich anders haben, als es ist. Unser Leben wird ein Rausch sein von Glanz und Leidenschaft!“

Er preßte seine fiebernden Lippen auf ihre Hand.

„Ihre Antwort, Monika...“