Marie machte sie bekannt. Es war die Frau des Regimentsadjutanten von Roßberg. Sie war lang, schlank und häßlich. Im übrigen seit acht Wochen verheiratet, wie sie Monika in den ersten fünf Minuten erzählte.
„Wonnegrinsend“ erzählte, konstatierte Monika in ihrem Innern und sah wie gebannt auf die langen Vorderzähne, welche die junge Frau beim Lachen enthüllte.
Marie behandelte ihre Freundin mit ostentativer Verehrung, Hochachtung und Zuneigung.
Monika war ganz erstaunt über die Gefühlstöne, welche die sonst so bittere Cousine anschlug.
„Du weißt nicht, wie ich mich nach Dir gebangt habe, Trudchen. Es war trostlos einsam.“
„Nun, Du hattest ja Gesellschaft an Deinem Cousinchen,“ sagte die junge Frau höflich.
Marie zog ein Gesicht, beredter als tausend Worte.
Und Monika sagte mit der ihr eigenen fröhlichen Unbefangenheit:
„Meine Cousine kann mich nämlich nicht ausstehn, Frau von Roßberg.“