Monika war im Begriffe, sich auszuziehen, als zu ihrem Erstaunen laut an ihre Tür gepocht wurde und Marie erschien.
Sie trug noch ihren Ballunterrock, hatte eine Nachtjacke angezogen und sah jämmerlich elend und bleichsüchtig aus in dem dämmerigen Tagesschein.
Monika machte erstaunte Augen: „Was gibt’s denn?“
„Das wirst Du gleich hören,“ sagte die Cousine in unheilverkündendem Tone.
Dann schwieg sie wieder, stand da, lang und hager, und sah mit vernichtendem Blicke auf das rosige Mädel herab, das vor Schreck unfähig war, sich weiter auszuziehen.
Beklemmendes Stillschweigen. Nur im Ofen knisterte es leise.
„Na?“ fragte schließlich Monika halb schüchtern, halb trotzig.
„Sagt Dir Dein Gewissen nicht, warum ich komme?“
Monika sah sie erstaunt an, blickte dann im Zimmer umher und wartete.