„Na, dann mache doch ihm Vorwürfe und nicht mir.“

„Nur Dich trifft die Schuld. Ich weiß, wie Roßberg Trudchen liebt. Deine unpassende Koketterie ist an allem schuld, und Du solltest Dich schämen.“

Und Monika schämte sich, ehrlich und glühend. Das süße Triumphgefühl, das sie gehabt: „Mein erster Kuß...“, die naive Zärtlichkeit, die sie in jenem Augenblick für den hübschen Leutnant empfunden — das alles wurde jetzt durch Maries grobe Worte vernichtet; es war, als ob eine zarte Blüte mit harten, roten Fingern zerpflückt wurde.

Ein Frösteln überflog Monika. Sie verteidigte sich nicht.

Sie stand regungslos da, einen starren Ausdruck in dem erblaßten Gesicht.

Maries Sicherheit aber stieg durch Monikas Haltung ins Ungemessene.

„Ja, ja, schäme Dich nur. Endlich machst Du das Armesündergesicht, das für Dich paßt... Ich habe Dir jedenfalls nur eins zu sagen: Du wirst übermorgen von hier wegfahren. Finde irgendeinen Vorwand — was, ist mir ganz gleichgültig. Aber weg mußt Du! Ich habe keine Lust, mich meiner eigenen Cousine zu schämen!“

„Aber ich kann doch nicht so ohne weiteres...“