Mit seinem Gesicht konnte er dagegen zufrieden sein. In der Tat war dieses Gesicht sehr schön — alle Züge von vollendeter Regelmäßigkeit. Er hatte kalte, blaue Augen und einen üppig geschwungenen, auffallend roten Mund, dessen Inkarnat noch leuchtender erschien durch den dunkeln Flaum auf der Oberlippe.
Mit der Mutter stand Alfred in sehr gespannten Beziehungen, mit den Geschwistern kühl.
Ueber Monikas Kommen heute hatte er anscheinend auch keine Freude empfunden.
Heinzemännchen dagegen war es angenehm, daß Monika da war. Nun konnte er ihr wieder Lyrik vorlesen.
Monika ärgerte ihn nicht wie die Mama dadurch, daß sie seine Deklamationen unterbrach, selbst die Verse vollendete, und noch dazu mit falschen Versfüßen.
Heute abend kam er zu Monika mit Eichendorff, den er eben „entdeckt“ hatte.
Mit tiefem Gefühl und übertriebener Betonung las er ihr vor, jenes schönste:
„Denkst du noch jenes Abends, still vor Sehnen,
Als wir das letztemal im Park beisammen?