Jetzt, zu Geld und Gut gekommen, zeigte Susanne sich dankbar, indem sie jede Gelegenheit ergriff, ihrem Vetter oder einem der Seinen eine Aufmerksamkeit zu erweisen, und mit den Christgeschenken trieb sie es großmütiger von Jahr zu Jahr. Ihr Budget wurde dadurch sehr beschwert – aber ihre Seele bekam Flügel.
Und nicht genug ...
Mit den Wonnen des heutigen Tages fand das Glück sich noch nicht ab. Es brachte Fortsetzung – einen unaussprechlich lieben Besuch. Morgen, Susanne darf darauf rechnen, nach der heiligen Messe, wird der Vetter weihrauchduftend erscheinen, in Begleitung seiner imponierend schönen Frau, seines lieben fünfzehnjährigen Sohnes und seiner kleinen Tochter. Sein mächtiges, glatt rasiertes Gesicht wird von dem Lichte würdevollen Wohlwollens erhellt sein, und er wird sagen: „Wirklich, Sette, zu viel, wir bitten ...“
Die schöne Base jedoch wird ihm ins Wort fallen – spöttisch lachend, wie sie pflegt, wahrscheinlich weil es ihr so reizend steht: „Nein, wie die gute Susette nur jedesmal errät, was wir uns am meisten wünschen! Wie sie das nur anfängt, die gute Susette!“
Eine große Verwirrung wird sich des Fräuleins bemächtigen. Sollte die Kammerjungfer das geheime Einverständnis, in dem sie sich befinden, verraten haben? – Aber nein, das wäre zu schlecht, solche Schlechtigkeit kann nicht vorkommen in der Nähe dieser Menschen. Damit wird sie sich trösten; es werden noch einige Reden gewechselt werden, und dann wird Joseph aufstehen und sprechen: „Wir sind auch gekommen, um dir glückliche Feiertage und ein glückliches neues Jahr zu wünschen, Sette. Kinder, gratuliert der Tante!“
Die wohlerzogenen artigen Kinder werden sogleich die Absicht an den Tag legen, dem Fräulein die Hände zu küssen, was sie natürlich nicht zugeben wird. Und die schöne Cousine wird – abermals mit ihrem reizend spöttischen Lächeln, ihre Wange derjenigen Susannes bis auf einen Zentimeter nähern und dabei die Luft küssen ... Und dann werden sie gehen, und Susanne wird sie bis an die Haustür begleiten, ins Zimmer zurückeilen, die Arme ausbreiten und rufen:
„Sie waren da! Sie waren da!“ und Rosi, die verdienstvolle Magd, wird ihre Zustimmung kundgeben. „No jo. Dos sind holt Herrschoften. Do hoben's Fräul'n auch amol an B'such von Herrschoften kriegt und nit immer nur von so Leut, die wos wolln. No joh!“
Ach, der Vorgenuß und der Nachgenuß, das sind die rechten. Der Augenblick selbst hat etwas Überwältigendes ... Schon das gewisse Würgen im Halse, das sich einstellt, wenn um Zwölf die Glocke ertönt ...
Hilf Gott! just als sie es denkt, da läutet's. Was bedeutet das? Wem kann es nur einfallen, daher zu kommen am Weihnachtsabend? Rosi erwartet allerdings ihre Schwestern, aber die klingeln nicht, die klopfen.
Etwas Unheimliches ist's zum Glücke nicht, das Fräulein hört ihre Dienerin auf dem Gange sehr heiter sprechen, und nun tritt die schmunzelnd ein und sagt: