Die Prophezeiung Nathanaels traf ein; der idealste Vertreter der Revolution erfuhr den einstimmigen Tadel und Hohn aller Parteien; sein Andenken erlosch auch bald im Volke.
Seine Leiche war unter denen der in Podgorze Gefallenen nicht aufgefunden worden, und eine Zeit lang erhielt sich das Gerücht, er sei nicht tot, er lebe versteckt als Bauer und werde beim Ausbruch neuer Freiheitskämpfe auf ihrem Schauplatz erscheinen.
Als jedoch die Stürme des Jahres 1848 aufstiegen und verbrausten, ohne ihn aus seiner vermeintlichen Verborgenheit gelockt zu haben, erlosch auch in denen, die sie am längsten genährt hatten, die Hoffnung auf seine Wiederkehr.
Es war zu Ende der fünfziger Jahre, an einem milden Septemberabend, in einem Dorfe unweit der schlesischen Grenze. Vor der Schenke hielt eine gedeckte Britschka, der ein paar tüchtige Braune vorgespannt waren. Behaglich, ohne Eile, wie es guten Fressern geziemt, ließen sie sich den Inhalt einer vor ihnen aufgestellten Futterkrippe schmecken. Der Kutscher, ein ältlicher Mann, so wohlgenährt wie seine Pferde, hatte sich auf die Bank vor dem Hause gesetzt, dampfte aus einer kurzen Pfeife und machte sich ein Vergnügen daraus, die Fragen der hübschen Wirtsmagd mit einer schelmischen Zurückhaltung zu beantworten, die darauf abzielte, ihre durch die Ankunft völlig fremder Gäste ohnehin erregte Neugier noch zu spannen.
„Ihr fahrt wohl recht weit über Land?“ fragte sie.
„Weiter, als du denken kannst,“ erwiderte er.
„Vielleicht gar ins Ungarn hinein?“
„Pah! Das wäre ja nur ein Katzensprung!“
Das Mädchen stemmte den Arm in die Seite und lachte: