»Schau dir das Obst an,« sagte Hugo, »die selben Sorten haben wir in deinem Garten gepflanzt.«
Bertram sah den Freund glückverklärt an. »Wann werd’ ich ihn sehen, meinen Garten? Und solches Obst hab’ auch ich?«
Entzückt betrachtete er die goldigen Aprikosen, Himbeeren, die dem Rothkäppchen als Kopfbedeckung hätten dienen können, purpurne Kirschen, durchsichtige Weichseln, Erdbeeren von märchenhafter Größe und Gestalt.
»Nehmen Sie die Melone nach der Suppe oder zum Dessert?« fragte die Hausfrau und zeigte ihrem lieben Gaste freundlich die blanken Zähne. Sie war wirklich noch eine schöne Frau, trotz ihrer fünfunddreißig Jahre und ihrer überreich entfalteten Spätsommerblüthe.
»Verehrte Frau,« erwiderte Bertram, »ich esse Melone, wann Sie erlauben und befehlen.«
»Nach der Suppe ist sie gesünder,« bemerkte Weißenberg.
»Beirre ihn doch nicht. Bitte, entscheiden Sie.«
»Es ist mir wirklich gleich.«
Der Gymnasiast, der während dieses Austausches von Höflichkeiten höhnisch gelacht hatte, brach jetzt aus: »Macht keine solchen Geschichten. Ihm ist’s gleich, hat er schon gesagt, wenn er nur überhaupt Melone kriegt.«
Bertram sah einen Purpurschein sich verbreiten, er ging vom Gesicht Sieglindens aus, er vernahm ein Gekicher, es hatte sich der Brust Meisenmanns entrungen. Weißenberg zeichnete mit dem Messer die Umrisse einer Scheune auf das Tischtuch, die Hausmutter that unbefangen und winkte plötzlich entschlossen den immer noch auf eine Entscheidung wartenden Bedienten, die Melone zu serviren.