Als Bertram erschien, änderte sich das Bild. Die Weiber legten die Rechen weg, wischten den Schweiß vom Gesicht und jammerten über die Hitze. Die Arme und Beine der Männer waren plötzlich wie mit Blei eingegossen. Die aufgespießten Garben schwankten lange auf den Zinken der Gabel, ehe die Lader die Kraft aufbrachten, sie zum Ordner emporzuheben, und den hatte eine solche Müdigkeit überkommen, daß Waniek ihn vom Wagen herabsteigen hieß und seine Stelle einnahm.
Ein paar heftige Windstöße erbrausten, Staubwolken wirbelten, dann fielen die ersten, schweren Regentropfen. Männer und Frauen verlegten sich auf Wetterbeobachtungen, und drangen alle zugleich
auf Bertram ein; einige bittend und klagend, andere mit brüsk heischenden Gebärden.
Er verstand sie nicht, wandte sich an Waniek und fragte:
»Was wollen sie?«
»Ganzen Tagelohn wollen’s,« war die phlegmatisch und verächtlich ertheilte Antwort.
»Sie sollen ihn haben, natürlich, was können denn sie dafür, daß es regnet?« Bertram nickte gewährend und rief den Leuten eines der wenigen Worte zu, die er erlernt hatte:
»Ano, ano!«
»Ano!« wiederholten sie und lachten den großmüthigen Arbeitgeber an, und er konnte sich mit dem besten Willen nicht verhehlen, daß diese Lustigkeit eine starke Zugabe von Geringschätzung hatte. So schweigsam man früher gewesen war, jetzt wurde geplaudert, geschrien, aller Thätigkeitsdrang schien sich in die Zungen geflüchtet zu haben. Nicht ruhig, wie die früheren, fuhr der letzte Wagen in die Scheune. Die Pferde, übermäßig angetrieben, wurden stutzig, mußten ausgespannt und andere vorgespannt werden. Einzig und allein
der Energie Wanieks war’s zu danken, daß auch diese Fuhre eingebracht wurde, ehe der Platzregen niederging.