einem Lehnstuhl am Fenster des Schlafzimmers sitzen.

»Wie geht es bei Frau Major von Müller?« war Dietrichs erste, mit bedenklich kurzem Athem vorgebrachte Frage.

»Ganz leidlich,« erwiderte der Arzt und vermied dabei, den forschend auf ihn gerichteten Augen des Kranken zu begegnen. »Frau Sophie ist aber sehr besorgt um Sie.«

»Sehr besorgt um mich?« wiederholte Brand mit leisem Zweifel, mit wehmüthiger Wonne.

»Sie läßt Sie dringend bitten, sich zu schonen, einmal auch an sich zu denken.«

»Was soll ich thun?«

»Zu Bette gehen, gewissenhaft Arznei nehmen. Sie sind dann wahrscheinlich in einigen Tagen hergestellt, und das wäre gut, denn Frau Sophie wird Ihrer Stütze recht sehr bedürfen.«

Dietrich erschrak: »Was ist mit ihr? Ist sie krank?«

»Nein, nein,« darüber beruhigte ihn der Doktor, aber mit sehr wenig Worten; er hatte Brand nur einen Augenblick sehen wollen, setzte sich nicht

einmal, griff wieder nicht nach dem Pulse des Patienten, legte bloß die schmale, blasse Hand auf dessen Schulter und sprach mit sanfter Bitte: »Bleiben Sie wenigstens zu Hause.«