»Doch, ja, ich habe die Neger mehreremal hineingehen sehen.«
»Wann war das?«
»Es war am Begräbnistage, am Morgen. Ich war nicht früh auf, denn ich hatte mich verschlafen. Ich kam gerade die Leiter herab, als ich sie sah.«
»Ja, ja, nur weiter, nur weiter. Was thaten sie? Wie benahmen sie sich?«
»Sie thaten nichts, und es fiel mir auch nichts Besonderes an ihnen auf. Sie schlichen auf den Zehen davon; allein ich dachte, sie seien in Ihro Gnaden Zimmer gegangen, um aufzuräumen oder dergleichen, in der Meinung, Sie wären schon auf; da sie aber merkten, daß Sie noch schliefen, würden sie nun leise davonschleichen, um Sie nicht zu wecken.«
»Alle Wetter, das ist 'ne Bescherung!« rief der König; – sie sahen einander verdutzt und ziemlich dumm an. Eine Minute lang standen sie da, grübelnd und sich hinter den Ohren kratzend, dann brach der Herzog in ein heiseres Gelächter aus und sagte:
»Es übersteigt alles, wie gut diese Neger ihre Rolle gespielt haben. Sie thaten so jämmerlich, weil sie aus dieser Gegend fort müßten! Und ich glaubte, sie fühlten sich wirklich elend, und du glaubtest es auch, und alle andern. Mir soll kein Mensch je wieder behaupten, daß Neger kein histrionisches Talent besitzen. In denen steckt ein Vermögen. Hätte ich die Mittel und ein Theater, so wäre mein erstes: die müßten mir her. Und wir haben sie verschleudert, hergegeben für einen Wisch, einen Wechsel! Sag' mal, wo ist er eigentlich, der Wisch?«
»Zum Einkassieren auf der Bank. Wo soll er sonst sein?«
»Nun, dann ist es, gottlob, in Ordnung.«