»Meinst du, ich weiß nicht, was ich zu thun habe? Weiß ich's für gewöhnlich vielleicht nicht?«
»Ja, doch, aber –«
»Hab' ich dir nicht gesagt, ich helf' dir den Nigger frei machen, Huck Finn?«
»Freilich, aber –«
»Also – damit basta!«
Mehr sagte er nicht und mehr sagte auch ich nicht. Es hätte auch gar nichts mehr genützt, denn was er wollte, das wollte er! Ich kümmerte mich also nichts weiter drum und ließ ihm seinen Willen.
Im Hause war mittlerweile alles still und dunkel geworden. Wir öffneten das Fenster und suchten eine Gelegenheit hinunter zu kommen. Glücklicherweise war der Blitzableiter ganz in der Nähe, der diente uns zum Beförderungsmittel, so leicht und bequem wie eine breite Treppe von Marmor. Wir also hinuntergerutscht, schneller wie der Blitz, und hin zur Hütte, um zu untersuchen, ob Tom recht gehabt mit seinen Vermutungen. Die Hunde hielten sich still, die kannten uns schon. Bei der Hütte angelangt inspizierten wir zuerst die uns noch unbekannte Nordseite und fanden da etwa in Manneshöhe eine viereckige Oeffnung, vor welche ein leichtes Brett genagelt war.
»Hallo, Tom,« frohlocke ich, »da haben wir's schon, das Brett weg, Jim kriecht durch und frei ist er!«
»Ja, das ist simpel genug nach deinem Geschmack,« höhnt Tom, »so simpel wie: ›eins, zwei, drei, hicke hacke Heu,‹ oder wie Kreiselschlagen. Nein, ich denk', wir finden schon was andres heraus, das sich mehr der Mühe lohnt, Huck Finn, als dies!«
»Na, laß uns ihn heraussägen,« schlug ich vor, »so, wie ich's damals vor meinem Tode gemacht habe!«