»Kein Wort?« fragt Tom noch einmal.
»Kein eine Wort, junge Herr!« beteuert Jim.
»Hast du uns jemals vorher gesehen?«
»Kann nix sein, Herr, Jim haben junge Herrn nie nix gesehen – nie nix!«
Jetzt wendet sich Tom zum Nigger, der ganz verwirrt und eingeschüchtert dabei steht, blickt ihn ernst und streng an und fragt:
»Was ist denn mit dir eigentlich los, Alter? Rappelt's bei dir? Wie kommst du drauf, der Nigger dort habe was gesagt – habe uns gekannt?«
»O, das sein nur alte, schreckliche Geister, junge Herr. Sam wünschen, er wären tot! Geister ihn immerfort so grausam plagen. Ach, junge Herr, junge Herr, ihr nix sagen Master Silas, alte Sam sonst so viel zanken. Er sagen, sein keine Geister nix, sein keine Hexen nix auf der Welt, un alte Sam sie doch immer hören un sehen. Wenn er nur gewesen jetzt hier, er müssen glauben. Aber das sein immer so. Leute, was wollen nix glauben dran, glauben nix. Wollen nix sehen un hören und wenn's annre Leute ihnen sagen, sie nix wollen wissen.«
Tom gab ihm ein paar Cents und sagte zu ihm, wir würden ihn nicht verraten; er solle sich für das Geld noch mehr Bindfaden kaufen, um seine Wolle besser zusammenzubinden, es sei offenbar so noch nicht genug. Dann blickt er Jim noch einmal fest an und sagt:
»Ich möchte nur wissen, ob Onkel Silas den Kerl nicht baumeln läßt! Ich thät's an seiner Stelle. So 'nen undankbaren Hund, der seinem Herrn durchbrennt!« Und während der Nigger mit seinem Geldstückchen nach der Thüre schleicht, um's zu betasten und auf seine Echtheit hin zu prüfen, nähert sich Tom Jim und flüsterte ihm leise zu:
»Verrat' ja nie, daß du uns kennst. Und wenn du bei Nacht graben hörst, so sind wir es, wir wollen dich befreien!«