»Zu dritt? Wer war denn der dritte?«
»Ei, ich und Sid und – und – und die Gewehre; – ich hab' mich eben versprochen.«
»Ah, so?« war alles, was er sagte.
Er setzte seinen Fuß auf die Bank und wiegte das Boot hin und her und probierte, wie fest es sei, und meinte dann, er wolle sich doch lieber nach einem größeren umsehen. Die aber waren alle angekettet und so stieg er allein ins Boot und meinte, ich könne ja warten, bis er wieder käme, oder am Ufer nebenher laufen; das beste sei, ich würde heimgehen und meine Leute auf die Nachricht vorbereiten. Das aber wollte ich nicht und sagt's ihm auch und sagt' ihm dann noch, wie er das Floß finden könne, und er stieß ab.
Mir ging ein Licht auf. Sag' ich zu mir selbst: wenn der nun mit dem Bein doch nicht so im Handumdrehen fertig wird? wenn er am Ende drei oder vier Tage braucht? was dann? – dort bleiben und warten, bis er die Katze aus dem Sack läßt? Nein, Herr Doktor, ich weiß, was ich zu thun habe, Sie sollen's schon erfahren! Ich bleib' hier und warte bis er zurückkommt, und wenn er dann sagt, er müsse bald wieder nachsehen, dann paß' ich auf und gehe mit und wenn ich schwimmen muß; dann nehmen wir ihn fest, binden ihn, treiben den Fluß hinunter und geben ihn erst frei, wenn er mit Tom fertig ist. Wir belohnen ihn dann königlich, das heißt, wir geben ihm eben was wir haben und rudern ihn dann ans Ufer. Man sieht, ich hatte doch ein wenig von Toms Unterricht profitiert und war stolz darauf!
Einstweilen kroch ich nun bei einem alten Holzhaufen unter und muß fest eingeschlafen sein, denn wie ich die Augen wieder aufmache, ist's heller Tag und die Sonne brennt mir auf den Schädel. Vom Doktor war weit und breit nichts zu sehen. So renn' ich denn nach seinem Hause und höre, daß er in der Nacht gerufen worden und seitdem nicht wieder heimgekommen sei. Armer Tom, denk' ich, da sieht's bös aus, und setz' mich wieder in Trab, und wie ich um die nächste Ecke biege, renn' ich mit dem Kopf beinahe auf Onkel Silas' Magen. Er ruft:
»Junge, Tom, wo habt ihr denn gesteckt, alle die Zeit, Bengel, he?«
»Ich – ich hab' gar nicht gesteckt,« stotter' ich, »Sid und ich sind nur immer hinter dem durchgebrannten Nigger hergewesen.«
»Ja, aber wo denn in aller Welt, wo habt ihr ihn denn gesucht? Eure Tante ist in schöner Angst und Aufregung eurethalben!«