Wie ich hinkomme sitzt Jim da mit dem Kopf zwischen den Knieen, fest eingeschlafen, den Arm noch über das Steuerruder geworfen. Das andre Ruder war mitten durchgebrochen und das Floß selbst ganz bedeckt mit Laub, abgerissenen Baumzweigen und Schlamm. Da ist's auch nicht sanft hergegangen, denk' ich.
Ich leg' mein Boot fest, streck mich lang und breit vor Jims Nase auf den Boden, fang an zu gähnen, mich zu recken und zu strecken und Jim anzustoßen. Sag' ich:
»Herrje, Jim, ich hab' wohl gar geschlafen, warum hast du mich denn nicht wach gerüttelt?«
»Großer, allbarmherziger Himmel! Sein das du, Huck? Sein du nix tot? Nix vertrinkt? Sein du wieder da? Sein zu schön, zu gut für wahr zu sein. Jim gar nix können glauben, arme alte Jim denken, er träumen! Da Jim lassen sehen, lassen fühlen, ob du sein Huck! Nein, du nix sein tot, du sein wieder da, gute, alte, treue Huck – ganz die alte, treue Huck, Gott sei Lob und Dank und Preis und Ruhm!«
»Hallo – drei Schritte vom Leib, Jim! Was ist denn los, alter Kerl? Hast wohl ein Gläschen zu viel gehabt?«
»Wer – alte Jim? Gläschen zu viel? Alte Jim nix haben gehabt Zeit zu denken an Trinken!«
»Weshalb läßt du denn solchen Unsinn los?«
»Was – Unsinn?«
»Wie? Und du fragst noch, Jim? Hast du nicht von Weggehn, Ertrinken und Wiederkommen geschwatzt? – und ich lieg' hier und schlaf' wie 'ne Ratte!«