»Nun, es ist schon gut … und ich mache Ihnen keine Vorwürfe mehr, denn Sie sind jung und gedankenlos, und natürlich konnten Sie nicht voraussehen, was für ’ne Wirkung …«

»Ach ja, Bester, ich hätte ganz gewiß besser daran denken sollen. Aber wie …«

»Sehen Sie, Lasca, wenn Sie mit fünf oder sechs Angelhaken angefangen hätten und dann allmählich …«

»O, ich verstehe, ich verstehe … dann allmählich einen hinzufügen, und dann zwei und dann … Ach, warum habe ich denn auch nicht daran gedacht!«

»Nun, gleichviel, Kind; es ist schon recht. Ich fühle mich jetzt besser … binnen kurzem werde ich darüber weg sein. Aber … einem unvorbereiteten und gar nicht sehr kräftigen Menschen mit sämtlichen zweiundzwanzig auf einmal ins Gesicht springen …!«

»O … es war eine Sünde! Aber Sie verzeihen mir – sagen Sie, daß Sie mir verzeihen! Bitte!«

Nachdem ich ein gut Teil sehr niedlichen Streichelns und Hätschelns und Zuredens eingeheimst hatte, vergab ich ihr, und sie war wieder glücklich und kam nach und nach wieder in ihre Geschichte hinein. Auf einmal entdeckte ich, daß der Familienschatz noch irgend was anderes Ausgezeichnetes enthalten mußte – augenscheinlich irgend ein Kleinod – und daß sie versuchte in Andeutungen davon zu sprechen, damit es mich nicht abermals umwürfe. Doch ich wünschte auch von diesen Dingen genau Bescheid zu wissen und drang in sie, mir zu sagen, was es sei. Sie hatte Angst. Aber ich bestand darauf und sagte, diesmal würde ich mich zusammennehmen und den Stoß aushalten. Sie war voll böser Ahnungen, aber die Versuchung, mir das Wunder zu enthüllen und sich an meinem Erstaunen und meiner Bewunderung zu weiden, war zu stark für sie, und sie gestand mir, sie trüge es bei sich, und sagte, wenn sie sicher wäre, daß ich gefaßt sei – u. s. w. u. s. w. – und damit griff sie in ihren Busen und brachte ein verbeultes viereckiges Messingstück zum Vorschein, wobei ihr Blick erwartungsvoll an meinem Auge hing. Ich sank an ihren Busen in einer ganz vorzüglich gespielten Ohnmacht, die ihr Herz entzückte und zugleich in höchsten Schrecken versetzte. Als ich wieder zu mir kam, erkundigte sie sich begierig, was ich zu ihrem Kleinod sagte.

»Was ich dazu sage? Ich denke, es ist das köstlichste Ding, das ich jemals sah.«

»Denken Sie das wirklich? Wie nett von Ihnen, daß Sie das sagen. Aber es ist auch herzig – ist es nicht?«

»Gewiß, das will ich meinen! Ich wollte es lieber mein eigen nennen, als den ganzen Aequator!«