Augenscheinlich war unsere neue Heimat eine von öden, schneebedeckten Bergen eingeschlossene Wüste. Pflanzenwuchs war außer dem endlosen Salbeigebüsch und Fettholzgesträuch nicht vorhanden. Die ganze Natur hatte einen grauen Anstrich davon. Wir gingen wie ein Pflug tief durch Alkalistaub, der sich in dichten Wolken erhob und über die Ebene wälzte wie der Rauch von einem brennenden Hause. Lange Reihen von Frachtwagen, die ganz in aufsteigende Staubmassen gehüllt waren, erinnerten aus der Entfernung an Bilder von Prairiebränden. Diese Gespanne mit den dazu gehörigen Fuhrleuten waren das einzige Leben, das wir erblickten. Im übrigen waren wir auf unserer Fahrt rings von Einsamkeit, Schweigen und Oede umgeben. Alle zwanzig Schritt kamen wir an dem Gerippe eines gefallenen Lasttieres vorüber, dessen staubbedeckte Haut sich straff über die fleischlosen Rippen spannte. Oft saß ein Rabe gravitätisch auf dem Schädel oder Hüftknochen und betrachtete sich die vorbeifahrende Post mit beschaulicher Heiterkeit.
Allmählich tauchte Carson City in der Ferne auf. Es schmiegte sich an den Rand einer großen Ebene und war eine genügende Anzahl von Meilen entfernt, um sich wie ein Haufen weißer Punkte im Schatten einer finster darauf niederblickenden Kette von Bergen auszunehmen, deren Gipfel jeder Gemeinschaft mit den Angelegenheiten dieser Erde und jedem Gedanken an solche weit entrückt schienen. Wir fuhren an, stiegen aus, und die Post ging weiter.
Schluß des IV. Bandes.
[Seinen Aufenthalt in Carson und Nevada schildert der Verfasser im V. Band, betitelt: »Im Gold- und Silberland.«]
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ansonsten wurde die originale Schreibweise beibehalten. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.