»Am unteren oder oberen Ende der Plantage?«
»Am oberen!«
»Wird unmöglich sein. Es sind Baumstümpfe dort, die, wie der Fluß eben steht, außerhalb des Wassers sind. Die Entfernung bis zum unteren Ende ist nicht groß; er muß zufrieden sein, wenn wir dort halten.«
»Ganz wohl. Wenn es Jones nicht paßt, soll er sehen, wie er zurechtkommt.«
Und der zweite Steuermann ging. Meine Schadenfreude verrauchte, und statt ihrer ergriff Bewunderung meine Seele. Da stand ein Mann vor mir, der sich nicht nur anheischig machte, eine bestimmte Plantage in solch einer Nacht aufzusuchen, sondern auch das obere oder untere Ende derselben, wie man eben beliebte. Es juckte mich förmlich, eine Frage zu thun, da ich aber bereits genug kurze Antworten eingeheimst hatte, um meine Schlafkabine damit vollzustauen, schwieg ich lieber. Die Frage, welche ich so gerne an Herrn Bixby gerichtet hätte, war einfach die: ob er wirklich so närrisch sei, um sich allen Ernstes einzubilden, diese Plantage in einer Nacht, in der eine Plantage ganz genau wie die andere aussieht, ausfindig zu machen? Aber wie gesagt, ich schwieg, wie ich denn überhaupt in jenen Tagen in Bezug auf das, was klug war, einen trefflichen Instinkt entwickelte.
Herr Bixby steuerte gegen das Ufer und strich an demselben hin, als wäre es helles Tageslicht. Und dazu sang er ganz ruhig:
»Vater im Himmel, der Tag geht zur Rüste!« u. s. w.
Es blieb mir kein Zweifel, ich hatte mein Leben in die Hände eines wahren Ausbunds von Gewissenlosigkeit gelegt. Eben als mir dies klar zu werden begann, wandte er sich nach mir um und fragte:
»Wie heißt die erste Landspitze oberhalb New Orleans?«
Erfreulicherweise konnte ich die Frage ohne Besinnen beantworten, und ich that es. Ich sagte, ich wüßte es nicht.