„Na — ich denk wohl! Wer hätt‘ aber so was gedacht! Aber sag‘, Tom, ist jetzt nicht ‘ne verwünscht gute Gelegenheit, die Kiste zu erwischen? Wenn Joe doch betrunken ist!“
„Teufel auch — versuch‘s!“
Huck schauderte.
„Na — ich denk‘ doch nicht.“
„Na — ich auch, Huck. Bloß eine leere Flasche bei Joe ist nicht genug. Wären‘s drei gewesen, wär‘ er wohl besoffen genug, und ich tät‘s.“
Langes, nachdenkliches Schweigen, dann sagte Tom:
„Will dir was sagen, Huck, wollen die Sache nicht wieder probieren, wenn wir nicht wissen, daß Joe nicht drin ist. ‘s ist zu gräßlich! Wenn wir jede Nacht Wache halten, ist‘s todsicher, daß wir ihn mal ‘rausgehen sehen, dann ist‘s ‘ne Kleinigkeit, die Kiste ‘rauszuholen!“
„Na, ist mir recht. Werd‘ die ganze Nacht warten und so jede Nacht, wenn du dann das andere machen willst.“
„Schon gut, werd‘s schon machen. Alles, was du tun sollst, ist, daß du kommst und wirfst ‘ne Handvoll Erde ans Fenster, dann werd‘ ich schon aufwachen. — Jetzt, Huck, scheint mir, ‘s Wetter ist vorüber, werd‘ nach Hause gehen. In ‘ner halben Stunde wird‘s Tag. Geh zurück und wach‘ noch so lange — willst du?“
„Sagte, ich würd‘s, und so werd‘ ich, Tom! ‘n ganzes Jahr werd‘ ich jede Nacht wachen! Ich schlaf den ganzen Tag, und nachts halt‘ ich Wache.“