Sie schlüpften also hinaus ins Sumachgebüsch, lugten vorsichtig herum, fanden die Luft rein und waren bald im Boot in vollem Schmausen und Rauchen. Als die Sonne sank, stießen sie vom Ufer und machten sich auf den Weg. Tom huschte im Zwielicht an die Küste heran, und kurz darauf landeten sie in voller Dunkelheit.

„Jetzt, Huck,“ sagte Tom, „wollen wir ‘s Geld auf dem Boden des Holzschuppens der Witwe verstecken, morgen komm‘ ich dann, wir können‘s zählen und teilen, und dann suchen wir im Wald ‘nen Platz, wo wir‘s sicher vergraben können. Jetzt halt dich mal ganz still und bewach das Zeug, bis ich hinlauf‘ und Benny Taylors kleinen Schubkarren leih‘. Bin in ‘ner Minute wieder da.“

Er verschwand, kehrte sogleich mit dem Karren zurück, legte die zwei kleinen Säcke drauf, befestigte zwei Drachenleinen dran und zog an, seinen Schatz hinter sich. Als die Jungen das Haus des Wallisers erreichten, standen sie still, um auszuruhen. Gerade, als sie sich wieder auf den Weg machen wollten, kam der Walliser heraus und rief:

„Hallo, wer da?“

„Huck und Tom Sawyer.“

„‘s ist gut! Kommt nur mit, Jungens, werdet schon überall gesucht. Na — vorwärts, sputet euch mal! Will den Karren für euch ziehen. Alte Ziegelsteine drin oder altes Metall?“

„Altes Metall,“ stotterte Tom.

„Dacht‘ mir‘s; alle Jungen machen sich mehr Mühe und brauchen mehr Zeit, um für sechs Pence altes Eisen zusammenzuscharren, als sie brauchten, um doppelt so viel Geld durch ordentliche Arbeit zu verdienen. Aber ist mal die menschliche Natur so!“

Die Jungen hätten gern gewußt, wozu die große Eile sei.

„Weiß nicht; werdet‘s sehn, wenn wir zur Witwe Douglas kommen.“