„Herr Gott, Joe, wie war das?“ sagte er mit zitternder Stimme.
„‘s ist ‘ne faule Geschichte,“ entgegnete Joe grob. „Wozu tatst du‘s?“
„Ich! Ich hab‘s nicht getan!“
„Sieh mal! Na — mit solchem Geschwätz kommst du nicht los!“
Potter zitterte und wurde aschfahl.
„Ich hatte mir doch vorgenommen, nüchtern zu bleiben! Warum mußte ich auch nachts trinken. — Hab‘s ja noch im Kopf — mehr, als wie wir kamen. — Immer betrunken — völlig — auf gar nichts kann ich mich besinnen! Sag, Joe, ehrlich, alter Bursche — hab ich‘s getan?! Ich wollt‘s nicht tun — auf Ehr und Seligkeit, Joe, ich wollt‘s nicht tun! O, ‘s ist schrecklich — und er war so jung und hoffnungsvoll —“
„Na, ihr habt halt gerauft, und er gab dir eins rüber mit dem Sargdeckel, und du fielst hin. — Und dann kamst du wieder auf, wanktest und konntest dich kaum auf den Füßen halten, hobst das Messer auf — na, und stießest es ihm in den Leib, grad, wie er dir noch ‘nen tüchtigen Schlag geben wollte, und dann hast du hier wie ‘n toter Klotz gelegen bis jetzt.“
„O — ich wußte ja nicht mehr, was ich tat. ‘s kam wohl alles vom Branntwein und von der Wut — schätz‘ ich. Ich hab‘ nie vorher in meinem Leben so was getan, Joe! ‘s können‘s mir alle bezeugen. Geprügelt — ja, aber gestochen niemals, Joe. Joe, sag‘s niemand! Sag mir, Joe, daß du‘s niemand sagen willst! Sei ‘n guter Bursche! Joe! Ich hab‘ dich immer gern gehabt, Joe, und hab‘ deine Partei genommen. Weißt du nicht, Joe? Joe, du sagst es nicht, Joe, nicht?!“ Und der arme Kerl fiel auf die Knie vor den kaltherzigen Mörder und hob beschwörend die Hände.
„Na, du bist immer treu und brav zu mir gewesen, Muff Potter, und ich werd‘ dich nicht verraten. — Das ist doch wie ‘n Kerl gesprochen, he?“
„O, Joe, ja, du bist ein Engel, Joe. Ich will dich segnen, so lang ich leb‘!“ Und Potter begann zu weinen.