„Möcht‘s auch wissen,“ entgegnete Tom flüsternd.
„‘s ist nicht Donner,“ schloß sich Huck in erschrecktem Ton an, „denn Donner —“
„Still!“ befahl Tom, „horcht — dann sprecht.“
Sie warteten eine Zeitlang, die ihnen eine Ewigkeit dünkte, und dann unterbrach derselbe dumpfe Ton die tiefe Stille.
„Wollen wir hingehen und nachsehen?“
Sie sprangen auf und rannten nach der dem Dorfe zugewandten Küste. Sie teilten die Büsche auf der Sandbank und spähten hindurch über die Wasserfläche. Das kleine, eiserne Dampfboot befand sich über eine Meile unterhalb des Dorfes, mit dem Strome treibend. Das Verdeck schien mit Menschen bedeckt. Eine Menge Boote trieben sich um den Dampfer herum oder ließen sich von der Strömung treiben, aber die Jungen konnten nicht herausbringen, was die Leute vorhatten. Plötzlich schoß eine große weiße Dampfwolke vom Dampfboot aus über den Fluß, und als sie sich ausbreitete und in kleinen Wölkchen in die Höhe stieg, tönte derselbe dumpfe Ton den Lauschenden in die gespitzten Ohren.
„Jetzt weiß ich!“ schrie Tom, „‘s ist jemand ertrunken!“
„‘s ist an dem,“ bestätigte Huck. „Sie machten es letzten Sommer so, als Bill Turner unterging. Sie schossen ‘ne Kanone über dem Wasser ab und davon kam er wieder raus. Ja — und sie nahmen Laibe Brot, taten Quecksilber ‘rein und ließen sie dann schwimmen, und wo einer dann ertrunken ist, dahin schwimmen sie ganz richtig und bleiben da stehen.“
„Ja,“ sagte Joe, „das hab‘ ich auch gehört. Möchte aber wissen, was das Brot damit zu tun hat.“
„O, ich denke, ‘s Brot ist‘s wenigste,“ meinte Tom. „Ich meine, ‘s ist mehr, was sie drüber sprechen, ehe sie‘s aussetzen.“