»Ja,« sagte ich. »Eine seltsame Frage!«

Keine Antwort. Nach einer Weile fragte Rogers zögernd:

»Alles? – Das heißt – ich meinte nur –«

»Gewiß, alles.«

Ich wollte mehr sagen, hielt aber inne, durch einen Ideengang dazu veranlaßt, der in mir auftauchte. Thompson sprach, aber meine Gedanken waren anderswo, und ich erfaßte nicht, was er sagte; doch hörte ich, wie Rogers antwortete:

»Ja, das scheint mir so. Es sollte vollständig genügen, denn ich finde nicht, daß er dabei etwas gethan hat.«

Sogleich fiel Thompson, der Dichter, ein:

»Bei Licht betrachtet, ist es mehr als genügend. Denke nur – fünftausend Dollars. Ei, er könnte das Geld in seinem ganzen Leben nicht ausgeben! Und es könnte ihm leicht schaden, ihn vielleicht zu Grunde richten – das ist wohl zu beachten. Wer weiß, wie lang es dauert, bis er alles durchgebracht hat? Dann macht er seine Bude zu, fängt vielleicht an zu trinken, mißhandelt seine Kinder, gerät auf andere Abwege und sinkt tiefer und tiefer – –«

»Ja, das ist’s,« unterbrach ihn Rogers voller Feuereifer, »ich habe das hundertmal – ja, öfter als hundertmal gesehen. Wenn du einen solchen Mann gänzlich zu Grunde richten willst, brauchst du ihm bloß Geld in die Hand zu geben; ja, gieb ihm nur Geld in die Hand – das ist alles, was dazu gehört; und wenn es ihn nicht herabzieht, ihm alle Würde, alle Selbstachtung u. s. w. raubt, dann kenne ich die menschliche Natur nicht – ist’s nicht so, Thompson? Und selbst wenn wir ihm ein Drittel davon geben; ei, in weniger als sechs Monaten – –«

»Weniger als sechs Wochen, sage lieber,« sagte ich, mich erwärmend und einfallend. »Wenn die dreitausend Dollars nicht in sicheren Händen wären, wo er sie nicht anrühren könnte, so würde er ebensowenig sechs Wochen damit reichen, als – –«