»Woran starb er denn?«

Ich antwortete, es sei mir unbekannt.

»Wie lange ist er denn schon tot?«

Um nicht, wegen des Geruchs, zu wenig zu sagen, antwortete ich:

»Zwei oder drei Tage.«

Aber es half nichts; Thompson nahm es mit einer ungläubigen Miene auf, die deutlich besagte: Sie wollen wohl sagen: »Zwei oder drei Jahre!« Meine Angabe stillschweigend ignorierend, fuhr er dann ruhig fort, mir seine Ansicht auseinanderzusetzen über die Thorheit, Begräbnisse lang aufzuschieben. Dann schritt er zu der Kiste, blieb einen Augenblick davor stehen, kam eilig zurück und stattete dem Fenster einen Besuch ab, wobei er bemerkte:

»Es wäre in jeder Hinsicht besser gewesen, wenn Sie ihn letzten Sommer fortgeschafft hätten.«

Thompson setzte sich nieder, begrub sein Gesicht in einem rotseidenen Taschentuch und begann sich langsam hin- und herzuwiegen wie einer, der sich wohl oder übel in das Unvermeidliche schickt. Mittlerweile war der Duft – wenn man das noch Duft nennen darf – zum Ersticken geworden. Thompsons Gesicht wurde aschgrau; das meine – ich fühlte es – war leichenfahl. Zur Abwechslung stützte Thompson den Kopf in die linke Hand, den Ellbogen auf dem Knie; mit der andern Hand fuchtelte er mit dem Taschentuch gegen die Kiste und sagte:

»Bin schon mit vielen gefahren – manche davon waren beträchtlich angegangen – aber, weiß der Himmel, der schlägt sie alle um ein Dutzend Nasenlängen, mit Leichtigkeit. Ich versichere Sie, die anderen waren Eau de Cologne gegen ihn

Ich nahm das Kompliment für meinen Freund, trotz der betrübenden Nebenumstände, nicht ohne Genugthuung auf.