»Weißt du was, Roxy, alte Freunde wie wir zwei dürfen nicht mit einander zanken. Hier hast du deinen Dollar – nun sage mir, was du weißt.«

Er hielt ihr das Papiergeld als Köder hin, aber sie rührte sich nicht vom Fleck. Jetzt war die Reihe an ihr, seine Ueberredungskünste mit Verachtung zu strafen, und sie ließ die Gelegenheit nicht unbenutzt. Tom lernte einsehen, daß selbst eine frühere Sklavin der Schmach und Mißachtung eingedenk sein kann, mit der er ihre Schmeichelreden und Artigkeiten vergolten hatte. Sie genoß jetzt die Süßigkeit der Rache, als sie im Ton unversöhnlichen Ingrimms erwiderte:

»Was ich weiß, das will ich dir sagen: So viel, daß dein Onkel sein Vermächtnis in tausend Stücke reißen wird – und noch weit mehr – hörst du – noch weit mehr.«

Tom sah sie entsetzt an.

»Mehr?« fragte er. »Was soll das heißen? Was kann noch mehr geschehen?«

Roxy lachte spöttisch, warf den Kopf in die Höhe und stemmte die Arme in die Seiten. »Jawohl, ich kann mir’s denken,« sagte sie voller Hohn, »möchtest es gern wissen – für deinen elenden Dollar. Wozu sollt’ ich’s dir verraten – du hast ja kein Geld. Deinem Onkel will ich’s sagen – ich thu’s auf der Stelle – der giebt mir fünf Dollars für die Neuigkeit mit tausend Freuden.«

Sie drehte ihm verächtlich den Rücken und wollte gehen. Tom geriet in furchtbare Angst, er hielt sie am Kleide fest und flehte sie an, noch zu warten. Da wandte sie sich wieder um.

»Siehst du wohl, hab’ ich dir’s nicht gesagt?« rief sie mit stolzer Miene.

»Was denn – ich erinnere mich nicht. Was hättest du mir gesagt?«

»Du würdest vor mir auf die Kniee fallen und mich drum bitten.«