»So ’ne dumme Frage! Natürlich nicht. Bekommt man etwa alle Tage ein Duell zu sehen?«

»Du warst ja aber gerade in der Schußlinie. Hast du denn keine Furcht gehabt?«

Roxy lachte verächtlich.

»Furcht! Die Smith-Pocahontas fürchten nichts, und Kugeln erst gar nicht.«

»An Mut fehlt’s ihnen nicht, scheint mir, aber an Vorsicht desto mehr. Ich wäre da nicht stehen geblieben.«

»Das glaub’ ich dir gern.«

»Ist denn sonst niemand verletzt?«

»Du hörst ja, es hat uns alle getroffen, außer dem Doktor, dem blonden Zwilling und den Sekundanten. Richter Driscoll ist nicht verwundet, aber ich hörte Querkopf sagen, die Kugel habe ihm ’nen Büschel Haare weggerissen.«

»O Jammer,« dachte Tom bei sich, »wie leicht hätte aller meiner Not ein Ende gemacht werden können. Nun er am Leben geblieben ist, wird er noch alles herausbekommen und mich an den ersten besten Sklavenhändler verkaufen – er würde sich gewiß nicht lange besinnen.« Zu Roxana gewandt, fuhr er in dumpfer Verzweiflung fort:

»Mutter, wir sind in einer furchtbaren Klemme.«