Roxy lachte vor Vergnügen übers ganze Gesicht und zeigte ihre weißen Zähne.

»Schönen Dank, Massa Wilson, wie gut von Ihnen, das zu sagen, denn einer ist ja bloß ein Neger, wissen Sie. Der niedlichste kleine Neger von der Welt, sag’ ich immer, aber natürlich nur, weil es meiner ist.«

»Wie unterscheidest du sie denn, Roxy, wenn sie keine Kleider anhaben?«

Sie brach in ein ungeheures Gelächter aus.

»O, ich kenne sie schon von einander; aber Massa Percy – da wett’ ich drauf – der könnte sie nicht unterscheiden – um keinen Preis, nein, nein.«

Wilson plauderte noch ein Weilchen fort, dann nahm er einen Abdruck von Roxys Fingerspitzen für seine Sammlung – rechte Hand und linke Hand – auf zwei Glasplättchen, schrieb Namen und Datum auf den Zettel und machte es mit den Händchen der Kleinen ebenso.

Zwei Monate später, am dritten September, ließ er sich die Abdrücke des Dreiblatts noch einmal geben. Bei Kindern pflegte er in kürzeren Pausen die Aufnahmen vorzunehmen, bei älteren Leuten in Pausen von einigen Jahren.

Tags darauf – das heißt am vierten September – fand ein Ereignis statt, das einen tiefen Eindruck auf Roxana machte. Herr Driscoll vermißte abermals eine kleine Summe Geldes – womit angedeutet werden soll, daß das nichts Neues war, sondern sich schon mehrmals wiederholt hatte; es geschah bereits zum vierten Mal.

Driscoll verlor endlich die Geduld. Er war kein hartherziger Mann; Sklaven und andere Tiere behandelte er stets mit Milde, gegen irrende Brüder von seiner eigenen Rasse zeigte er sogar große Nachsicht. Aber Unredlichkeit verabscheute er, und offenbar war ein Dieb im Hause. Es konnte nur einer seiner Neger sein. Da galt es scharfe Maßregeln zu ergreifen. Er rief die Dienerschaft zusammen, welche außer Roxy noch aus drei Personen, einem Mann, einer Frau und einem zwölfjährigen Knaben bestand; verwandtschaftliche Beziehung hatten sie nicht zu einander.

»Ich habe euch alle schon mehrmals gewarnt, aber es ist umsonst gewesen. Diesmal will ich Ernst machen. Der Dieb wird verkauft. Wer von euch ist der Schuldige?«