»›Hunderttausend Franken für jeden.‹
»›O weh, er ist wirklich verrückt geworden!‹
»›Armer Charles! Mangel und Not waren zu hart für dich!‹
»›Nimm ein niederschlagendes Pulver und gehe sofort zu Bette.‹
»›Macht ihm erst einen kalten Umschlag.‹
»›Nein, holt lieber eine Zwangsjacke. Jeden Augenblick kann die Tobsucht bei ihm ausbrechen.‹
»›Still,‹ rief Millet ungeduldig, ›laßt ihn doch erst ausreden.‹
»›Auch gut – so sprich, Charles! Was ist’s mit deinem Plan?‹
»›Ihr sollt ihn hören. Doch muß ich euch zuvor etwas fragen. Habe ich recht oder nicht, daß das Verdienst vieler großer Künstler nicht früher erkannt worden ist, als bis sie im Elend verkommen waren? Ihr wißt, dies hat sich in der Geschichte der Menschheit so oft zugetragen, daß ich glaube getrost ein Gesetz darauf gründen zu können, welches dahin lautet, daß das Verdienst eines jeden großen Künstlers, der namenlos und verkannt war, ans Licht kommt und seine Bilder hohe Preise erzielen – sobald der Mann tot ist. Mein Plan ist folgender: Wir wollen losen – einer von uns muß sterben.‹
»Das kam uns so unerwartet, und er sagte es so ruhig, daß wir im ersten Augenblick ganz still und verblüfft sitzen blieben. Dann aber brach ein wilder Chor der Entrüstung los, und es folgten allerlei medizinische Ratschläge, um dem kranken Gehirn unseres Freundes Heilung zu bringen. Er aber wartete geduldig, bis sich der Sturm zu legen begann und fuhr dann unbeirrt fort: