»Andächtige Zuhörer, wir haben eine traurige Veranlassung, des Mannes vom 13. Januar zu gedenken. Die Folgen des ungeheuren Verbrechens vom 13. Januar stehen im richtigen Verhältnis zu der Größe der That selbst; ohne diese wäre uns das kummervolle Schauspiel des 30. Novembers erspart geblieben. Die Greuelthat des 16. Juni wäre ohne sie nie verübt worden, noch wäre der Mann des 16. Juni je zum Dasein gelangt; sie war allein schuld an dem 3. September, wie an dem verhängnisvollen 12. Oktober. Sollen wir also dankbar sein für den 13. Januar mit seinem Todesschrecken für euch und mich und alles, was atmet? Ja, meine Freunde, denn er gab uns auch, was ohne ihn nie und nimmermehr gekommen wäre – den gesegneten 25. Dezember.«

Vielleicht ist hier eine Erklärung am Platze, obgleich eine solche für viele meiner Leser kaum nötig sein wird. Der Mann des 13. Januar ist Adam; das Verbrechen jenes Tages war das Essen des Apfels; das traurige Schauspiel des 30. November war die Vertreibung aus dem Paradiese; die Greuelthat des 16. Juni war die Ermordung Abels; am 3. September begann die Reise nach dem Lande Nod[7]; am 12. Oktober verschwand die letzte Bergspitze unter der Sündflut. Wenn man in Frankreich zur Kirche geht, muß man einen Kalender, in dem die Gedenktage verzeichnet sind, mitnehmen.

[7] Nach der Bibel: Land der Verbannung.

Anm. des Uebers.


Pariser Führer.

Im Jahre 1867 war ich mit einigen Freunden in Paris und zwar zum Besuch der Weltausstellung. Am Morgen nach unserer Ankunft gingen wir zu dem ›commissionaire‹ des Hotels – ich weiß nicht, was das bedeutet, allein es war der Mensch, an den wir uns wandten – und sagten ihm, wir möchten einen Führer haben. Er bemerkte, daß es nahezu unmöglich sein werde, einen guten Führer außer Beschäftigung zu finden. Für gewöhnlich habe er ein bis zwei Dutzend an der Hand, augenblicklich aber nur drei. Er rief dieselben herbei. Der eine sah so banditenmäßig aus, daß wir ihn gleich wieder wegschickten. Der zweite redete uns in einer peinlichen Aussprache an, welche recht deutlich sein sollte, also:

»Wenn die Gentlemen mick woll geben die Ehr, ßu behalten mick in ihre Dienste, werd ik Sie ßeigen alle Ding das sein präktik in der schönen Paris. Ik sprek die fremde Spracke parfaitement.«