Ich erwiderte: »Herzchen, man weiß, daß keine Holzart so wenig Nährwert für ein Kind besitzt wie Tannenholz.«

Meine Frau zog die Hand zurück, mit der sie den Span ergreifen wollte und legte sie wieder in den Schoß.

»Du bist im Irrtum,« sagte sie merklich erregt; »alle Aerzte versichern, daß das Terpentin im Tannenholz für ein schwaches Rückgrat und für die Nieren sehr gut ist.«

»Ah so – ich bitte um Entschuldigung. Ich habe nicht gewußt, daß unser Kind an Rückenschwäche und an den Nieren leidet und daß der Hausarzt verordnet hat –«

»Das Kind denkt gar nicht daran, an dergleichen zu leiden – wie kommst du darauf?«

»Aber liebe Frau, du hast doch angedeutet –«

»Bewahre, so etwas ist mir nicht eingefallen.«

»Es ist ja kaum zwei Minuten her, mein Herz, daß du sagtest –«

»Dummes Zeug! Ich mag gesagt haben was ich will – jedenfalls ist es kein Unglück, daß die Kleine an einem Stück Holz kaut, wenn sie Lust dazu hat; ich dächte, du könntest das auch einsehen. Ich verwehre es ihr nicht und damit ist's gut!«

»Ereifere dich nicht, mein Kind; ich sehe schon ein, daß du recht hast und werde gleich ausgehen, um ein paar Klafter vom besten Tannenholz zu bestellen. Solange ich lebe, soll mein Kind – –«