Das war alles; doch selbst in diesem schlichten Anzug war sie göttlich schön; was müßte sie erst gewesen sein, wenn geschmückt zum Fest oder Ball?

Ahnungslos, daß wir sie dieser Besichtigung unterzogen, hatte sie mittlerweile eifrig mit Alonzo geplaudert. Rasch enteilten die Minuten, und noch immer plauderten sie. Endlich aber blickte sie zufällig empor und sah auf die Uhr. Ein tiefes Erröten durchschoß ihre Wangen und sie rief aus:

»Und nun adieu, Herr Fitz Clarence; ich muß jetzt gehen!«

Sie sprang mit solcher Hast von ihrem Stuhl empor, daß sie kaum des jungen Mannes Abschiedsgruß hörte. Strahlend von Anmut und Schönheit stand sie da und schaute verwundert auf die anklagende Uhr; dann öffneten sich ihre vollen Lippen und sie sagte zu sich:

»Fünf Minuten über elf! Fast zwei Stunden, und es schienen keine zwanzig Minuten zu sein. Du lieber Himmel, was wird er von mir denken!«

In demselben Augenblicke starrte Alonzo auf seine Uhr und sagte dann zu sich:

»Fünfunddreißig Minuten über zwei Uhr! Fast zwei Stunden, und ich glaubte, es wären keine zwei Minuten! Am Ende schwindelt die Uhr wieder? Fräulein Ethelton! Nur einen Augenblick, bitte. Sind Sie noch hier?«

»Ja, aber bitte schnell! muß sogleich gehen.«

»Möchten Sie so freundlich sein, mir zu sagen, wie viel Uhr es ist?«

Das Mädchen errötete wieder und sagte leise für sich: »Es ist geradezu grausam, mich zu fragen!« und gab dann laut und mit bewundernswert gespielter Gleichgültigkeit zur Antwort: »Fünf Minuten über elf.«