»O, tausend Dank! Fräulein Ethelton? … O weh, sie ist fort, und da sind die schwarzen Wolken und der wirbelnde Schnee und die stürmischen Winde wieder! Aber sie sagte adieu! Sie sagte nicht Guten Morgen, sie sagte adieu! … Die Uhr ging also doch recht. Wie blitzbeschwingt diese zwei Stunden waren!«

Er setzte sich nieder, blickte eine Weile träumerisch in das Feuer, seufzte dann tief auf und sagte:

»Wie wunderbar! Vor zwei Stündchen noch war ich ein freier Mann, und jetzt ist mein Herz in San Francisco!«

Um dieselbe Zeit saß Rosannah Ethelton, mit einem Buche in der Hand, in der Fensternische ihres Schlafzimmers und blickte zerstreut hinaus über die regnerischen Seen, die das ›goldene Thor‹ (Hafen von San Francisco) wuschen, und flüsterte für sich: »Wie ganz anders er doch ist als der arme Burley mit seinem leeren Kopf und seinem einzigen komödiantenhaften Talent der Nachäffung.«


II.

Vier Wochen später unterhielt Herr Sidney Algernon Burley eine fröhliche Frühstücksgesellschaft in einem prächtigen Salon auf Telegraph Hill mit einigen köstlichen Nachahmungen der Stimmen und Gebärden gewisser beliebter Schauspieler, gewisser Litteraten aus San Francisco und Bonanzaer Granden.[7] Er war eine elegante Erscheinung, und – abgesehen von einem unbedeutenden Schielen – ein hübscher Mensch. Er schien sehr guter Stimmung zu sein, trotzdem blickte er von Zeit zu Zeit voll unruhiger Erwartung nach der Thüre. Endlich erschien ein Lakai, welcher der Frau vom Hause eine Botschaft brachte, worauf die Dame verständnisvoll mit dem Kopf nickte. Das schien Burleys Erwartung ein Ende zu machen; seine Lebhaftigkeit nahm nach und nach ab und sein Gesicht einen niedergeschlagenen Ausdruck an.

[7] Besitzer von großen Farmen, sogenannten ›Bonanzafarmen‹.

Anm. des Uebers.