(Ort der Handlung: das römische Kapitol.)
(Zehn Jahre später.)
»Teure Mary, dies ist die berühmteste Statue der Welt, die gefeierte ›kapitolinische Venus‹, von der du so viel gehört hast. Da steht sie – ihre kleinen Schäden sind restauriert, (das heißt ausgeflickt) durch die angesehensten römischen Künstler. Die bloße Thatsache, daß sie an einer so edlen Schöpfung jene bescheidenen Ausbesserungen vorgenommen haben, wird ihrem Namen Glanz verleihen, so lange die Erde steht. Wie sonderbar kommt er mir doch vor – dieser Ort! Einen Tag vor dem, wo ich zuletzt, vor zehn glücklichen Jahren, hier stand, – war ich kein reicher Mann. Gott bewahre! Ich besaß nicht einen roten Heller. Und doch hatte ich mein redlich Thun dabei, daß Rom in den Besitz dieses größten Werkes antiker Kunst gelangt ist, welches die Welt kennt.«
»Die angebetete, die gefeierte kapitolinische Venus! Und wie hoch schätzte man ihren Wert – auf zehn Millionen Franken, nicht wahr?«
»Ja – jetzt.«
»Aber, George, sie ist auch göttlich schön!«
»Jawohl – doch nichts gegen das, was sie war, ehe der treffliche John Smith ihr das Bein zerbrach und die Nase abschlug. Erfindungsreicher Smith! – erleuchteter Smith! – edler Smith! Urheber all unseres Glücks! – – – Aber Mary, um des Himmels willen, horch! – Weißt du, was das Röcheln bedeutet? – Das Kleine hat den Keuchhusten und du bringst es hierher! Wirst du denn niemals lernen auf Kinder acht geben?«
Schluß.
Die kapitolinische Venus steht noch auf dem Kapitol zu Rom und ist immer noch das bezauberndste und berühmteste antike Kunstwerk, dessen die Welt sich rühmen kann. Wenn der Leser jemals das Glück haben sollte, davor zu stehen und in das übliche Entzücken darüber auszubrechen, so möge ihn diese wahre und geheime Geschichte ihres Ursprungs bei dem Genuß nicht stören.