– Ach! – o weh! – ach! –

und so weiter. (Gelächter.) Mir ist das übrige nicht gegenwärtig; aber alles in allem halte ich diese Verse für die schönste Huldigung, welche der Genius des Dichters den Frauen je gewidmet hat. (Gelächter.) Ich weiß, ich könnte stundenlang sprechen, ohne meinem großen Thema auf anmutigere oder vollendetere Weise Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, als ich es gethan habe, indem ich einfach die unvergleichlichen Dichterworte anführte. (Erneutes Gelächter.)

Die Entwicklungsformen des weiblichen Geschlechts sind von unendlicher Mannigfaltigkeit. Man betrachte welchen Typus des Weibes man will, immer wird man daran etwas zu achten, zu bewundern, zu lieben finden, etwas, das Herz und Hand beglückt. Wer besaß mehr Vaterlandsliebe als die Jungfrau von Orleans? Wer war tapferer? Wer hat uns ein erhabeneres Beispiel opferfreudiger Hingabe gezeigt? Wie deutlich, wie lebendig erinnern wir uns alle an die Nachricht, welche wie eine große Woge des Kummers zu uns heranflutete, daß Jeanne d'Arc bei Waterloo gefallen sei. (Stürmisches Gelächter.) Wer trauert nicht um den Tod der Sappho, der holden Sängerin Israels? (Gelächter.) Wer unter uns vermißt nicht die liebreichen Dienste, den sanften Einfluß, die demütige Frömmigkeit der Lucrezia Borgia? (Gelächter.) Wer kann in die herzlose Verleumdung einstimmen, welche sagt, das Weib sei verschwenderisch in Putz und Kleidung, wenn er zurückblickt und sich den einfachen Anzug unserer Mutter Eva ins Gedächtnis ruft, welcher der Hochlandstracht glich – mit geringen Abänderungen. (Schallendes Gelächter.) Verehrte Anwesende, die Weiber sind Kriegerinnen gewesen, sie waren Malerinnen, Dichterinnen. So lange es eine Sprache giebt, wird der Name Cleopatra in aller Munde leben. Nicht etwa, weil sie Georg den Dritten eroberte – (Gelächter) – sondern weil sie die klassischen Zeilen schrieb:

»Es beißt der Hund und bellt voll Lust;

Gott schuf den Trieb ihm in der Brust!«

(Lautes Gelächter.) Auf den weiten Gefilden der Geschichte ragen ganze Bergzüge erhabener Weiber empor – die Königin von Saba, Josephine Semiramis – die Liste ist endlos. (Gelächter.) Aber ich will nicht Heerschau über sie alle halten; schon bei der bloßen Andeutung steigen die Namen in Ihrem Gedächtnis auf, leuchtend von dem Ruhm unsterblicher Thaten, geheiligt durch die Liebe und Verehrung aller Guten und Edlen jeden Zeitalters und jeden Weltteils (Hochrufe.) Möge es unserem Stolz und unserer Ehrliebe genügen, daß unsere Zeit dieser Liste Namen wie Grace Darling und Florence Nightingale hinzugefügt hat. (Hochrufe.)

Das Weib ist ganz wie es sein sollte – sanft, geduldig, langmütig, vertrauensvoll, selbstlos, voll edler, hochherziger Triebe. Es ist des Weibes heiliger Beruf, die Traurigen zu trösten, für die Irrenden zu bitten, die Gefallenen aufzurichten, den Freundlosen Liebe zu erzeigen. Mit einem Wort, die Frau schenkt allen mißhandelten und verfolgten Kindern des Unglücks, die an ihre Thüre klopfen, den heilenden Balsam ihres Mitgefühls und gewährt ihnen eine Freistätte in ihrem Herzen. Jeder, der die veredelnde Gemeinschaft einer Gattin, die nie ermüdende Hingebung einer Mutter kennt, wird von Herzen einstimmen, wenn ich sage: Gott segne das Weib!« – (Laute und andauernde Beifallsrufe.)


Auf die Säuglinge.

Als fünfzehnter programmgemäßer Toast, gehalten bei dem Festessen, das im November 1879 von der Tennessee-Armee ihrem ersten Kommandeur, General Grant, zu Ehren veranstaltet wurde.