Der Kerl nahm eine unverschämt spöttische Miene an und erwiderte:
»Ach, wirklich! Nun, das habe ich mir gleich gedacht. Herren wie Sie, haben gewöhnlich nur große Scheine in der Tasche.«
Aergerlich über diese Unverschämtheit versetzte ich:
»Lieber Freund, Sie müssen jemand, den Sie nicht kennen, nicht immer nach den Kleidern beurteilen, die er trägt; ich bin wirklich ganz wohl imstande, den Anzug zu bezahlen. Ich wollte Ihnen nur die Mühe ersparen, eine große Note zu wechseln.«
Darauf milderte er seinen Ton ein wenig und erwiderte, immer noch ziemlich von oben herab:
»Ich wollte Ihnen ja nicht zu nahe treten; aber wenn wir uns denn doch einmal gegenseitig die Wahrheit sagen, so finde ich es nicht gerade am Platze, daß Sie sich daran zu zweifeln erlauben, ob wir auf eine Banknote, die Sie bei sich tragen, auch herausgeben können. Wir geben auf jede heraus.«
»O, das ist etwas anderes; dann bitte ich um Vergebung,« erwiderte ich und reichte ihm die Note hinüber. Mit einem Lächeln nahm er sie entgegen, mit jener Art von Lächeln, die das ganze Gesicht mit einem System von Falten, Runzeln und Schlangenlinien überzieht, wie die Ringe auf einer Wasserfläche, wenn man einen Stein hineingeworfen hat. Als er aber den Blick auf die Note gleiten ließ, wurde dieses Lächeln plötzlich zu Stein und nahm eine graugelbe Farbe an, so daß es aussah, wie die Lavastücke, die man zu wellenförmig gewundenen Gebilden erstarrt an den Abhängen des Vesuv findet. Das war das erstemal in meinem Leben, daß vor meinen Augen ein Lächeln so vollkommen unverändert stehen blieb. Immer noch stand der Mensch, die Note in der Hand, mit demselben Ausdruck da, bis endlich der Prinzipal herbeigeeilt kam, um zu sehen, was denn sei.
»Nun, was giebt's?« fragte er, »was ist los? wo fehlt's?«