»Ich habe eine unbezwingliche Abneigung dagegen.«
»Das ist unverständig, mein Sohn. Viele große und gute Männer hießen Samuel.«
»Davon ist mir kein Beispiel bekannt.«
»Was? War nicht Samuel, der Prophet, groß und gut?«
»Hm! Nicht so besonders.«
»Aber, mein Sohn! Der Herr rief ihn doch mit seiner eigenen Stimme.«
»Jawohl, aber er mußte ihn ein paarmal rufen, bis er endlich kam.«
Damit ergriff ich die Flucht, und der strenge alte Mann lief mir nach. Um die Mittagsstunde des nächsten Tages holte er mich ein, und als unsere Zusammenkunft vorüber war, hatte ich richtig den Namen Samuel erhalten, dazu eine Tracht Schläge und manche nützliche Belehrung obendrein. Nachdem mein Vater die Sache auf diese Weise ausgeglichen hatte, war sein Zorn beschwichtigt. Gut, daß ich Vernunft annahm, sonst hätte unsere Uneinigkeit leicht zu einem unheilbaren Bruch führen können.
Was würde mir aber mein Vater – nach diesem Vorfall zu urteilen – wohl angethan haben, wenn jemals eine von den schwächlichen Albernheiten aus meinem Munde gekommen wäre, welche als Aeußerungen gescheiter zweijähriger Kinder jetzt im Druck erscheinen? – Ich bin überzeugt, daraus wäre ein Fall des Kindsmords in unserer Familie entstanden.