»Als ob mir daran was läge!« versetzte Tom geringschätzig, »wir brauchen dich nicht. Geh heim und laß dich auslachen. Du bist ein schöner Pirat, du! Huck und ich, wir sind keine Schreikinder, wir bleiben hier, gelt Huck? Der mag laufen wohin er will, wollen schon fertig werden ohne ihn!«
Tom war es aber doch nicht recht geheuer bei der Sache und unruhig sah er zu, wie Joe wortlos und halsstarrig fortfuhr sich anzukleiden. Es ängstigte ihn auch zu sehen, daß Huck aufmerksam den Vorbereitungen Joes folgte, während er ein gefahrdrohendes Schweigen beobachtete. Alsbald, ohne ein Wort des Abschiedes, begann Joe nach dem Illinois-Ufer zuzuwaten. Tom sank das Herz bis in die äußerste Zehenspitze. Er warf einen forschenden Blick auf Huck. Dieser vermochte den Blick nicht auszuhalten und schlug die Augen nieder. Dann sagte er:
»Ich will auch fort, Tom! 's war vorher schon einsam und jetzt wird's noch schlimmer. Komm, wir gehen mit!«
»Ich geh' nicht. Ihr könnt alle weg, wenn ihr wollt. Ich will bleiben.«
»Ich, ich denk', ich geh'!«
»Immerzu, wer hält dich denn?«
Huck begann seine Kleider aufzuraffen. Dabei sagte er:
»Tom, ich wollt', du gingst mit. Denk' mal drüber nach. Drüben am Ufer wollen wir 'ne Zeit lang auf dich warten.«
»Na, da könnt ihr warten bis ihr schwarz werdet, das kann ich dir sagen!«
Kummervoll wandte sich Huck ab und Tom stand und sah ihm nach, während ihm das glühendste Verlangen, den beiden zu folgen, fast das Herz abdrückte. Sein Stolz wollte das aber nicht zulassen. Von Augenblick zu Augenblick hoffte Tom, die Jungen würden stehen bleiben, die aber wateten entschlossen vorwärts, ohne sich umzusehen. Plötzlich überfiel ihn das Bewußtsein, wie still und einsam es um ihn geworden, mit niederschmetternder Gewalt. Einen letzten Strauß bestand er mit seinem Stolze, dann stürzte er hinter den Kameraden her, denselben nachbrüllend: