»Daß dich –! Na, mach' dich fort. Ich hätte Gift drauf genommen, daß du heut' mittag schwimmen gegangen bist. Wollen's gut sein lassen. Dir geht's diesmal wie der verbrühten Katze, du bist besser, als du aussiehst – aber nur diesmal, Tom, nur diesmal!«

Halb war's ihr leid, daß alle ihre angewandte Schlauheit so ganz umsonst gewesen, und halb freute sie sich, daß Tom doch einmal wenigstens, gleichsam unversehens, in den Gehorsam hinein gestolpert war.

Da sagte Sidney:

»Ja aber, Tante, hast du denn den Kragen mit schwarzem Zwirn aufgenäht?«

»Schwarz? Nein, er war weiß, so viel ich mich erinnere, Tom!«

Tom aber wartete das Ende der Unterredung nicht ab. Wie der Wind war er an der Thüre, rief beim Abgehen Sid noch ein freundschaftliches ›wart', das sollst du mir büßen‹ zu und war verschwunden.

An sicherem Orte untersuchte er darauf zwei eingefädelte Nähnadeln, die er in das Futter seiner Jacke gesteckt trug, die eine mit weißem, die andere mit schwarzem Zwirn, und brummte vor sich hin:

»Sie hätt's nie gemerkt, wenn's der dumme Kerl, der Sid, nicht verraten hätte. Zum Kuckuck! Einmal nimmt sie weißen und einmal schwarzen Zwirn, wer kann das behalten. Aber Sid soll seine Keile schon kriegen; der soll mir nur kommen!«

Tom war mit nichten der Musterjunge seines Heimatortes, – es gab aber einen solchen, und Tom kannte und verabscheute ihn rechtschaffen.