»Ich auch lieber nicht, Huck. Nur eine Flasche leer neben dem Kerl, das ist nicht genug. Ja, wenn's drei gewesen wären, dann ließe sich weiter drüber reden!«

Eine lange Pause des Nachdenkens folgte. Dann sagte Tom:

»Paß mal auf, Huck. Ich mein', wir sollten das Ding gar nicht mehr probieren, bis wir sicher wissen, daß der Joe nicht drin ist. 's ist zu gruselig! Wir passen jede Nacht auf, und einmal muß er doch 'raus aus seinem Loch, dann wollen wir die Kiste schon kriegen, schneller als der Blitz.«

»Mir recht. Ich will jede Nacht wachen, die ganze Nacht durch, wenn du nur den Rest besorgen willst.«

»Gut, wollen's so machen. Du brauchst dann nur zu kommen und vor unsrem Haus zu miauen, und wenn ich schlaf', wirfst du mir 'ne Hand voll Kies ans Fenster, das wird mich schon wach kriegen!«

»Topp, 's gilt!«

»Jetzt ist's da draußen auch besser geworden, Huck, der Sturm hat aufgehört und ich muß heim. 's muß schon bald Morgen sein. Du gehst noch mal hin und wachst, willst du?«

»Ich hab's gesagt, Tom, daß ich's thu', und ich thu's auch! Und wenns 'n Jahr lang dauert, ich spuk' jede Nacht in dem Gäßchen dort herum. Bei Tag schlaf' ich und bei Nacht wach' ich.«

»Schön. Aber wo wirst du schlafen?«

»Auf Ben Rogers Heuboden. Der hat nichts dagegen und Onkel Jakob, – weißt du, der alte Nigger, der im Hause ist – auch nicht. Dem hab' ich schon oft 's Wasser geschleppt, und er giebt mir manchmal was zu essen, wenn er selber was hat. 's ist 'n guter Nigger, Tom. Der hat mich gern, weil ich nie thu', als ob ich was Besseres wär'. Manchmal hab' ich mich, weiß Gott, schon hingesetzt und mit ihm gegessen. Das brauchst du aber niemand zu sagen, Tom. Wenn einer so gräßlich hungrig ist, thut er manches, was er sonst für gewöhnlich nicht thät'!«[6]