»Das thut's, Tom, das thut's weiß Gott! Und wer wird beraubt?«

»Na, jeder. Wir lauern eben den Leuten auf, so macht man's.«

»Und töten sie?«

»Nee – immer nicht! Sperren sie in die Höhle, bis sie sich ranzionieren.«

»Ranzion – was? Was heißt denn das?«

»Na, Geld geben! Ihre Freunde müssen alles zusammenkratzen, was sie können, und wenn die Summe, die man verlangt, nach Jahresfrist nicht beisammen ist, dann bringt man die Gefangenen um. So wird's gewöhnlich gemacht. Nur die Weiber läßt man leben. Die sperrt man ein, aber man tötet sie nicht. Die sind immer schön und reich und entsetzlich furchtsam. Man nimmt ihnen die Uhren und ihre andern Sachen, zieht aber immer den Hut vor ihnen und ist höflich. Niemand ist so höflich, wie die Räuber, das kannst du in jedem Buch lesen. Na die Weiber, die lieben einen dann, und wenn sie erst mal zwei, drei Wochen in der Höhle gewesen sind, hören sie auf zu weinen und man kann sie schließlich nicht wieder los werden. Wenn man sie hinaustreiben wollte, würden sie flugs Kehrt machen und zurückkommen. So steht's in allen Büchern.«

»Na, das laß ich mir gefallen. 's ist noch besser als Seeräuber sein.«

»In einer Art ist's freilich besser, 's ist nicht so weit von Hause und näher beim Zirkus und all den Sachen.«

Jetzt war alles bereit und die Jungen schlüpften in das Loch, Tom voran. Sie krochen mühsam bis zum andern Ende des kleinen Stollens, befestigten dann ihre Leine und drangen weiter vor. Wenige Schritte brachten sie zu der Quelle, und Tom fühlte sich von einem kalten Schauder überrieselt. Er zeigte Huck das übriggebliebene Dochtrestchen, das mit einem Klümpchen Lehm an der Felswand befestigt war, und beschrieb, wie er und Becky verzweifelnd dem letzten Aufflackern und Erlöschen der Flamme zugesehen.