»Bewahre, Huck, hier nicht! Der spukt an der Stelle, wo der Kerl gestorben ist, am Ausgang drüben – fünf Meilen von hier!«

»Nee, Tom, das glaub' ich nicht. Der spukt bei seinem Geld herum. Ich weiß, wie's Geister machen, und du weißt's auch!«

Tom begann zu überlegen, daß Huck am Ende recht haben könne. Böse Ahnungen stiegen in ihm auf. Plötzlich kam ihm ein erlösender Gedanke.

»Denk' doch nach, Huck, wir sind alle beide Narren! Wie kann denn ein Geist da herumspuken, wo ein Kreuz ist!«

Das war ins Schwarze getroffen.

»Tom, daran hab' ich gar nicht gedacht. Aber so ist's. Das Kreuz ist 'n Glück für uns. Wir wollen mal da hinab klettern und nach der Kiste schauen.«

Tom ging voraus, indem er während des Hinabsteigens rohe Stufen in die Lehmwand schnitt. Huck folgte. Vier Gänge führten aus der kleinen Höhle, in welcher der Felsblock stand. Drei davon untersuchten die Jungen ohne jeden Erfolg. Sie fanden einen kleinen Schlupfwinkel, in dem ein Bündel wollener Decken lag, dazu ein alter Hosenträger, ein Stück Schinkenschwarte und die rein abgenagten Knochen von zwei oder drei Hühnern. Die Goldkiste aber war nirgends zu erblicken. Die Jungen durchsuchten alles und durchsuchten 's noch einmal, umsonst! – Tom sagte:

»Es hieß unter dem Kreuz. Hier stehen wir am nächsten darunter. 's kann doch nicht unter dem Felsen selber sein, der sitzt fest auf dem Grunde auf, was nun?«

Wieder suchten sie überall herum und setzten sich dann entmutigt nieder. Huck wußte nichts weiter vorzuschlagen. Nach einer Weile sagte Tom:

»Sieh' mal her, Huck, da sind Fußspuren und Talgtropfen im Lehm auf dieser Seite des Felsens und zwar nur hier. Das hat was zu bedeuten, am Ende liegt das Geld doch unter dem Felsen. Ich grab' mal hier im Lehm nach.«