»Ja, das ist's. Und der ganze Schwur muß um Mitternacht geschehen, am einsamsten, schauerlichsten Ort, den man finden kann, – in einem Haus, wo's spukt, wär's am besten, aber die sind jetzt alle abgebrochen.«

»Um Mitternacht ist gut, Tom, – irgendwo.«

»Ja, das ist wahr. Und man muß über einem Sarge schwören und alles mit Blut unterzeichnen.«

»Das klingt doch nach etwas! Weiß Gott, das ist millionenmal besser, als Seeräuber sein. Ich will mich an die Witwe kleben, bis ich schwarz werd', Tom, und wenn ich mal so 'n richtiger Hauptkerl von 'nem vornehmen Räuber bin, Tom, und alle Welt von mir redet, dann wird sie wohl, denk' ich, sich auch freuen und stolz sein, daß sie mich aus dem Sumpf gezogen hat!«


So endet denn diese Chronik. Da es nur die Geschichte eines Knaben ist, so muß sie hier enden; ließe sie sich doch nicht viel weiter fortspinnen, ohne zur Geschichte eines Mannes zu werden. Wer einen Roman über erwachsene Leute schreibt, weiß ganz genau, wo er aufzuhören hat, nämlich – bei der Heirat. Wer aber von Kindern und sehr jugendlichen Helden erzählt, der muß eben aufhören, wo es sich am besten fügt.[7]

[7] Der Verfasser hat in seinem ›Huckleberry Finn‹ – siehe den nächsten Band der ausgewählten Schriften – eine prächtige Fortsetzung der Knabenstreiche Tom Sawyers geschrieben, wobei ›Huck‹ der Held ist.


Weitere Anmerkungen zur Transkription