»Na, du willst mir doch nicht weis machen, daß du's zum Vergnügen thust?«
Der Pinsel strich und strich.
»Zum Vergnügen? Na, seh' nicht ein, warum nicht. Kann unser einer denn alle Tag 'nen Zaun anstreichen?«
Das warf nun ein neues Licht auf die Sache. Ben überlegte und knupperte an seinem Apfel. Tom fuhr sachte mit seinem Pinsel hin und her, trat dann zurück, um die Wirkung zu prüfen, besserte hie und da noch etwas nach, prüfte wieder, alles ohne sich im geringsten um Ben zu kümmern. Dieser verfolgte jede Bewegung, eifriger und eifriger mit steigendem Interesse. Sagt er plötzlich:
»Du, Tom, laß mich ein bißchen streichen!«
Tom überlegte, schien nachgeben zu wollen, gab aber diese Absicht wieder auf: »Nein, nein, das würde nicht gehen, Ben, wahrhaftig nicht. Weißt du, Tante Polly nimmt's besonders genau mit diesem Zaun, so dicht bei der Straße, siehst du. Ja, wenns irgendwo dahinten wär', da läg nichts dran, – mir nicht und ihr nicht – so aber! Ja, sie nimmt's ganz ungeheuer genau mit diesem Zaun, der muß ganz besonders vorsichtig gestrichen werden, – einer von hundert Jungen vielleicht, oder noch weniger, kann's so machen, wie's gemacht werden muß.«
»Nein, wirklich? Na, komm, Tom, laß mich's probieren, nur ein ganz klein bißchen. Ich ließ dich auch dran, Tom, wenn ich's zu thun hätte!«
»Ben, wahrhaftig, ich thät's ja gern, aber Tante Polly – Jim hat's thun wollen und Sid, aber die haben's beide nicht gedurft. Siehst du nicht, wie ich in der Klemme stecke? Wenn du nun anstreichst, und 's passiert was, und der Zaun ist verdorben, dann –«
»Ach, Unsinn, ich will's schon recht machen. Na, gieb her, – wart', du kriegst auch den Rest von meinem Apfel; 's ist freilich nur noch der Butzen, aber etwas Fleisch sitzt doch noch drum.«
»Na, denn los! Nein, Ben, doch nicht, ich hab' Angst, du –«