Tom versuchte den Arm um ihren Hals zu legen, sie aber stieß ihn fort, wandte das Gesicht der Wand zu und schluchzte herzbrechend weiter. Tom versuchte es noch einmal mit sanft zuredenden Worten und wurde wieder zurückgewiesen. Nun regte sich sein Stolz, stumm schritt er der Thüre zu und ging hinaus. Draußen drückte er sich eine Weile herum, rastlos und unbehaglich, von Zeit zu Zeit nach der Thüre schielend, in der Hoffnung, sie würde bereuen und kommen, ihn zurück zu holen. Sie aber kam nicht. Nun wurde ihm schlecht zu Mute und er begann zu fürchten, daß er selber im Unrecht sei. Es kostete ihn einen harten Kampf, noch einmal Annäherungsversuche zu machen, doch wappnete er sich schließlich mit Mannesmut und ging hinein. Dort stand Becky noch in ihrem Winkel und weinte, das Gesicht gegen die Wand gepreßt. Toms Herz krampfte sich zusammen bei dem Anblick. Er trat zu ihr, im Moment ratlos, wie er die Verhandlungen einleiten sollte. Endlich stieß er zögernd hervor:
»Becky, ich – ich mag keine andre mehr sehen, als dich.«
(Keine Antwort – nur erneutes Schluchzen.)
»Becky,« – (bittend.)
»Becky, willst du mir gar nichts sagen?«
(Heftiges Schluchzen.)
Tom grub in seinen Taschen und brachte endlich das Kleinod seines Herzens, den Messingknopf irgend eines alten Deckels, zum Vorschein, hielt ihr denselben vor, so daß sie ihn sehen konnte und sagte in einladendem Tone:
»Bitte, Becky, nimm doch das da, sieh mal her!«
Sie aber schlug's unbesehen zu Boden. Nun wandte sich Tom wortlos, schritt aus dem Hause und suchte das Weite, um für diesen Tag nicht zur Schule zurück zu kehren. Bald ward es Becky klar, was sie verscherzt hatte. Sie rannte nach der Thüre, auf den Hof, flog um die Ecke des Hauses – er war nicht mehr zu sehen. Nun erhob sie die Stimme:
»Tom, Tom, komm zurück, Tom!«