»Armer Bursche!« »Armer, junger Mensch!« »Dies sollten alle Leichenräuber sich zur Lehre dienen lassen!« »Muff Potter muß baumeln dafür, wenn sie ihn erwischen!« So etwa lauteten die Bemerkungen, die fielen. Der Geistliche aber sagte: »Das war ein Gottesgericht, – hier sehen wir die Hand des Herrn.«
Tom zitterte vom Kopf bis zu den Füßen, denn sein Blick war auf das stumpfsinnige Gesicht des Indianer-Joe gefallen. Im selben Moment begann die Menge zu schwanken und zu drängen und einzelne Stimmen riefen: »Da ist er, da ist er, dort kommt er selber!«
»Wer? Wer?« fragten zwanzig andere dagegen.
»Muff Potter!«
»Da, jetzt halten sie ihn an! Er dreht sich um – haltet, haltet fest, laßt ihn nicht durchbrennen!«
Leute, die in den Aesten der Bäume saßen, über Toms Kopf, meinten, Muff versuche gar nicht zu entrinnen, – er sähe nur ganz dumm und verblüfft aus.
»Verdammte Frechheit das!« sagte einer, »wollte sich wohl noch mal in Ruhe sein Werk beschauen; dachte nicht, Gesellschaft zu finden!«
Die Menge teilte sich nun und der Sheriff schritt mit großartiger Wichtigkeit in Blick und Miene hindurch, Muff Potter am Arme haltend. Des armen Burschen Gesicht sah ordentlich eingefallen aus und aus den Augen starrte das Entsetzen, das ihn gebannt hielt. Als er vor dem Gemordeten stand, schüttelte es ihn, wie ein Krampf, er barg das Gesicht in den Händen und brach in Thränen aus.
»Ich hab's wahrhaftig nicht gethan, Freunde,« schluchzte er, »auf mein Ehrenwort, ich hab's nicht gethan.«